Die Bauhaus.Internationals stellen sich vor

„Und was machst du so?“ – unter diesem Motto stellen Studierende der Bauhaus-Universität Weimar und ihre Hobbys, Projekte und Engagements vor.

Für diese Ausgabe folge ich der Einladung der Bauhaus Internationals und mache mich ganz gespannt auf den Weg in das Haus der Studierenden, „die M18“, dem Treffpunkt für die wöchentlichen Zusammenkünfte. Heute trifft man sich dank des schönen Wetters ganz informell im Garten. Dort werde ich sogleich freundlich auf Deutsch und Englisch begrüßt und stelle erfreut fest, dass sich die sprachliche Vielfalt der Bauhaus Internationals damit noch lange nicht erschöpft: Einige der anwesenden Studierenden kommen sogar aus dem Iran, Pakistan, Bangladesch oder Indien.
Als ich hinzustoße, ist auch schon eine lebhafte Diskussion in vollem Gange, aber ich habe noch leichte Orientierungsschwierigkeiten: Wer sind die Bauhaus Internationals eigentlich und was machen die überhaupt? Frederik (26, MA Architektur, 4. Semester) gibt mir eine kleine Starthilfe und erklärt, dass die Bauhaus Internationals ein Referat der Studierendenvertretung (StuKo) sind, welches im Jahre 2008 wiederbelebt wurde.

Theoretisch heißt das: Betreuung und Vertretung der Interessen internationaler Studierender auf studentischer Ebene. Praktisch sieht das dann so aus, dass vor allem Ausflüge, Partys und gemeinsame Unternehmungen organisiert werden, die den internationalen Studierenden die Integration erleichtern sollen. Um den Einstieg in das Weimarer Uni-Leben und das Kontakteknüpfen zu vereinfachen, wurden auch Programme wie beispielsweise das Buddy-Programm initiiert. Hierbei stehen „einheimische“ Buddys den Neuankömmlingen als persönliche Ansprechpartner zur Seite.

Ich lausche wieder der angeregten Diskussion auf der Wiese der M18, denn gerade wird demokratisch abgestimmt: Die Organisation des kommenden Karaoke-Abends steht an und Aufgaben müssen verteilt werden. Frederik verrät mir, dass besonders bei den ERASMUS-Studierenden Karaoke immer gut ankommt. Grundsätzlich wird versucht, ein buntes Programm auf die Beine zu stellen, so dass für jeden etwas dabei ist: Willkommensparty, Ausflug auf die Wartburg, Kanutour, Besuch der Gedenkstätte Buchenwald, Fahrt zu den Feengrotten oder Schlittschuhlaufen. Bei je einem Ausflug pro Monat muss auch der Geldbeutel mitspielen, somit sind die meisten Ausflugsziele im Raum Thüringen ausgewählt und daher bequem und günstig mit der Thoska (Thüringer Hochschul- und Studentenwerkskarte) zu erreichen.
Von Frederik erfahre ich aber auch, dass die Organisation von Partys und Events nicht die einzige Aufgabe der Bauhaus Internationals ist. Vielmehr haben sie ebenso ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme internationaler Studierender und helfen ihnen ihre Situation zu verbessern. Hier finden die Studierenden direkte Ansprechpartner „auf Augenhöhe“. Und da die Bauhaus Internationals wissen, was die internationalen Studierenden bewegt, vertreten sie deren Wünsche, Kritik und Anregungen vor den offiziellen Einrichtungen der Universität und dem Studentenwerk.

Viele Mitglieder der Bauhaus Internationals waren selbst schon im Rahmen ihres Studiums im Ausland und können daher gut nachvollziehen, wie es ist, in einem fremden Land anzukommen und über die vielen Eigenheiten der fremden Kultur zu stolpern. Selbstverständlichkeiten können problematisch werden – das leuchtet mir ein, als Frederik mir von einem der kommenden Projekte der Bauhaus Internationals erzählt: 
Es ist ein Fahrradworkshop geplant, da manche der internationalen Studierenden sich mit den hiesigen Verkehrsvorschriften nicht auskennen. Auch beim Thema Rundfunkgebühren oder Stichwort Mietvertrag hat man als Neuankömmling oft nicht sofort den Durchblick und daher stehen auch diese Punkte bei den Bauhaus Internationals auf der Tagesordnung. 
Trotzdem, den Eindruck gewinne ich schnell, entsteht bei den Internationals nicht zwangsläufig ein einseitiger Beitrag im Sinne von „wir zeigen euch wie es hier so läuft in Weimar“, sondern vielmehr steht der gemeinsame Austausch im Vordergrund: Man lernt von der Erfahrung der anderen. So erzählt mir Sohana (27, MA European Urban Studies, 4. Semester) von ihrem Engagement als Scout bei den Culture Talks, ein Projekt, das von den Bauhaus Internationals 2009 initiiert und vor einigen Jahren vom Studentenwerk übernommen wurde. Jeden Donnerstag hat ein internationaler Studierender als „Scout“ die Möglichkeit sein Land vorzustellen und so ein Stück weite Welt nach Weimar zu bringen. Seit einem Jahr unterstützt Sohana die Culture Talks, bei den Internationals hingegen engagiert sie sich schon länger. Am Anfang, so erzählt sie mir, war es für sie ein Weg andere Studierende hier in Weimar kennen zu lernen, nun ist sie an dem Punkt angelangt, wo sie anderen helfen möchte, sich hier zu integrieren und wohl zu fühlen.
Wer auch in das internationale Weimar eintauchen möchte, ist herzlich willkommen einfach beim nächsten Treffen (montags, 19 Uhr, Stuko-Büro, 2. OG der Marienstraße 18, oder bei schönem Wetter im Garten) vorbeizuschauen. Ebenso können aber auch beim Tandem-oder Buddyprogramm oder beim nächsten Cultural Talk internationale Kontakte geknüpft werden.

 

Homepage der Bauhaus-Internationals 
Weimar International Network
Facebook

Anne Heimerl, Studierende der Kulturwissenschaftlichen Medienforschung

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.