Das Hinterzimmer

Schon einige Male war ich auf einen gemütlichen Café oder abends auf ein Glas Wein im Hinterzimmer. Heute betrete ich deutlich bewusster das Café, da ich mit einem der Besitzer verabredet bin, um etwas mehr über das Konzept des Lokals zu erfahren. Entstanden ist es im Zuge der Bachelorarbeit von zwei Architektur- und einem Produktdesignstudenten und wurde in diesem Sommer, in der Trierer Straße eröffnet. 
Soviel wusste ich bereits: heute bin ich hier, um noch mehr zu erfahren. Als erstes bekomme ich eine Tasse Kaffee gereicht, wie ich erfahre, eine von einem Kaffeeröster aus Eisenach eigens für das Hinterzimmer entwickelte Röstung. Schon bei meinen letzten Besuchen im Hinterzimmer sind mir die außergewöhnlichen Tassen aufgefallen und ich frage nach, woher diese stammen. Sie sind, genau wie die Lampen, Tische und Stühle, in unterschiedlichen Uni-Projekten, meist von Produktdesignstudenten entstanden. Im Hinterzimmer sind keine “Katalog-Möbel” zu finden, alles ist selbst hergestellt

Für die drei Inhaber ist es der erste 1:1 Entwurf, man durchschreitet, anders als in einem Entwurfsprojekt an der Uni alle Phasen des Projektes: der Entwurf, die Behördengänge, die Materialauswahl und die Ausführung. Letzteres so höre ich war der aufregendste Teil bei der Entstehung des Hinterzimmers: selber anpacken, Bodenbeläge auswählen und einbauen, Fugenfarben wählen, um die teils freigelegten Mauerwände zu gestalten, Schattenfugen einfügen und vieles mehr. Alles hier ist in aufwendiger Handarbeit mit großer Unterstützung von Freunden und auch Fachleuten entstanden. 

Meine Kaffeetasse ist schon einige Zeit leer, draußen ist es schon dunkel geworden, ich trinke noch eine Limonade. Genau das ist auch einer der Gedanken der Inhaber des Hinterzimmers: der Übergang vom Nachmittag mit Kaffee und Kuchen hinein in den Abend mit einem Glas Wein und einem Dinnele aus dem Steinofen. Gelegentlich gibt es am Abend auch kleine Veranstaltungen, Konzerte oder auch Lesungen. Gerne würde ich noch länger bleiben aber ich komme wieder – ganz bald.
Wenn auch Ihr hier mal vorbei schauen wollt: Trierer Straße 33 in Weimar

 
Catharina Engel, Studierende der Architektur

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