Das Weimarer Modell – „Kreativ studieren“ an der Bauhaus Uni

Seit über 20 Jahren gibt es nun die Fakultät Gestaltung an der Bauhaus Universität – und nach wie vor ist man stolz auf etwas ganz eigenes : das „Weimarer Modell“. In dieser Art des Studiums bildet das Projekt die zentrale Studieneinheit. Daran angeschlossenen sind sogenannte Fachkursen sowie wissenschaftliche Seminare. Zu Beginn eines jeden Semesters werden die ständig wechselnden Projekte bei der „Projektbörse“ von den Professoren vorgestellt und im Anschluss von den Studenten gewählt. Gleiches gilt für die Fach- und Wissenschaftsmodule. Durch die Vielzahl der verschiedenen Projekt- und Seminarthemen kann sich jeder Student das richtige „Paket“ zusammenstellen.

Wie unterschiedlich man in Weimar studieren kann, zeigen zwei Arbeiten von Studierenden aus dem Studienfach Produkt-Design, nur einer der vier Studienrichtungen in der Fakultät Gestaltung.


Andreas (Projektschwerpunkt Innovatives Produkt-Design): Ich trinke für mein Leben gern guten Espresso. Den bekommt man allerdings oft nur in Cafés, in denen die klassischen italienischen Siebträgermaschinen zum Einsatz kommen. Da diese Apparate jedoch ziemlich teuer und für den studentischen Haushalt kaum erschwinglich sind, habe ich mir im letzten Semester die Aufgabe gestellt, eine adäquate Alternative zu entwickeln. Wenn man sich einmal mit der Zubereitung von Espresso beschäftigt hat, merkt man schnell, dass die Voraussetzungen für einen guten Espresso gar kein Teufelswerk sind: Das Espressopulver mit dem richtigen Mahlgrad gibt’s in jedem Kaffeeladen, 90 Grad heißes Wasser macht der Wasserkocher und die 9 bar Druck: reine Muskelkraft. Der Entwurf meiner Maschine besteht nur aus möglichst vielen Standardteilen u.a. aus dem Baumarkt und ist daher sehr günstig und für jeden leicht nachzubauen. Ich habe das ganze zudem als Open Source Projekt ins Internet gestellt, so dass es von jedem, der sich dafür interessiert nachgebaut und weiterentwickelt werden kann!


Benedikt (Projektschwerpunkt Interior Design): Häufig bieten die Professoren auch Kooperationsprojekte an. In diesem Fall war es ein Projekt mit der Wartburg bei Eisenach, UNESCO Weltkulturerbe und eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Im Rahmen des „Lutherjahrs 2017“ (Martin Luther übersetzte hier 1534 die Bibel ins Deutsche) werden viele Bereiche der Welterbestätte umgebaut und saniert. Unsere Aufgabe war es einen neuen Souvenirladen sowie ein neues Besucherzentrum zu planen und zu entwerfen. Dabei bauten wir Maßstabsmodelle der Räume, konstruierten Möbel-Prototypen und erstellten anschließend eine virtuelle Tour durch die zukünftigen Räumlichkeiten. Bei diesem Projekt gefiel mir besonders die enorme Bandbreite der Aufgaben: mal ist man Innenarchitekt, mal Schreiner und mal verbringt man Tage vor dem Rechner um die Entwürfe im CAD zu bauen.



Jedes Jahr findet Mitte Juli die summaery – eine fakultätsübergreifende Jahresabschlussaustellung – statt. Diese bietet neben dem Hochschulinformationstag (7. April 2015) oder dem Schnupperstudium eine super Möglichkeit einen Überblick über die vielen verschiedenen Studiengänge zu bekommen.


Bilder: Andreas Kamolz, Benedikt Kestler

Weiterführende Links:

-> Galerie studentischer Arbeiten der Fakultät Gestaltung: 
http://www.uni-weimar.de/de/gestaltung/aktuell/galerie-aktueller-studentischer-arbeiten/

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