Sommer, Sonne, Studium: Ein halbes Jahr an der Accademia di belle Arti Roma

Bauhaus.Botschafterin und Produktdesignerin Rosa Carole Rodeck verbrachte vom Oktober 2015 bis März 2016 ein Auslandssemester an der Accademia di belle Arti Roma in Italien. In diesem Beitrag erzählt sie uns alles über das Leben in Rom, die Universität und verrät uns auch ihre Geheimtipps!

Blick über Rom (Quelle: Rosa Carole Rodeck)


Rosa, du hast Produktdesign an der Bauhaus-Universität Weimar studiert. Wie war deine Uni-Erfahrung in Rom?

Die Universität “Accademia di belle Arti Roma” ist sehr klein, genauso wie die Räume. Insgesamt sind es 2000 Studierende, also sogar weniger als in Weimar! Die Hälfte der Studierenden sind Asiaten, die oft kein italienisch sprechen. Es gab nur eine sehr kleine Bibliothek – auch ganz anders als unsere hier. Leider waren an der Universität keine Ateliers vorhanden, was es für mich als Designern oft schwer gemacht hat, meine Projekte zu bearbeiten.
Jedoch gibt es noch einen zweiten, neueren Campus. Dieser liegt im Industriegebiet Testacchio und ist sehr modern.

Wie verlief die Kurswahl und der Studienalltag?

Die meisten Kurse finden auf Italienisch statt und nur wenige Professorinnen und Professoren sprechen gut und gern Englisch. Das ist aber kein Problem, da man selbst Grundlagenwissen im
 Italienisch-Kurs verbessern kann. Dieser findet dreimal pro Woche statt und ist verpflichtend für ERASMUS+ -Studierende.

Der Vorteil, wenn man aus dem Ausland kommt, besteht darin, dass man aus dem riesigen Kursangebot seine Fächer frei fehlen darf. Dadurch hat man ziemlich viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden. 

Hast du Tipps speziell für Designer oder Künstler?

Es gibt nur wenige Läden für Künstlerbedarf in Rom. Einer davon ist direkt um die Ecke von der Via Ripetta, diesen kann ich empfehlen. Ansonsten würde ich raten, sich so viele Werkzeuge und Materialien mitzubringen, wie nur in den Koffer passen.


Weimar und Rom ist sicher ein Kontrastprogramm. Wie hast du die Stadt als Studentin erlebt?

Rom als Groß- und Hauptstadt ist natürlich laut, auch nachts. Daran sollte man sich schnell gewöhnen können. Ansonsten ist immer sehr viel los in den Straßen. Die Römer sind sehr entspannte Menschen, Hektik sieht man fast nie! Dinge wie Müllabfuhr oder Nachtruhe sind, typisch italienisch, auch nicht so gut organisiert, wie wir das aus Deutschland kennen. Ansonsten muss ich unbedingt noch etwas zum Verkehr erzählen! Denn dieser ist wirklich chaotisch. Man weiß nie, wann von wo überall Fahrzeuge aller Art kommen können. Mein Tipp: Keine Angst vor Rollerfahrern. Diese fahren manchmal sehr knapp an einem vorbei oder hupen, aber nicht erschrecken, sondern einfach weitergehen. So funktioniert das in Rom einfach!

Petersplatz in Rom (Quelle: Rosa Carole Rodeck)


Warst du mehr mit Italienern oder ERASMUS+ -Studierenden unterwegs?

Mit beiden – Und das war auch eine gute Mischung. Bevor ich überhaupt in Rom war, habe ich schon Kontakt zu den deutschen ERASMUS+-Studierenden geknüpft, während ich aus Weimar drei Italiener kannte. Diese haben damals wiederum in Weimar ihr Auslandssemester verbracht. Mit ihnen habe ich die schönsten Ecken Roms kennengelernt, allein deswegen sollte man unbedingt Kontakt zu Einheimischen suchen! 

Sicher eine Frage, die viele Italien-Interessierte unter den Nägeln brennt: Wie ist die Wohnsituation, auch finanziell?

Für Studierende sind vor allem die Gebiete “Monti” und “San Lorenzo” interessant, da dort viele Clubs sind und man mit der Metro schnell in die Stadt gelangt. Ich selbst habe in Monteverde/Gianicolense gewohnt, ein ruhiges Stadtgebiet. Wichtig bei der Wohnungssuche: Nähe zu einer Tram-, Bus- und Nachtbusstation! Die Umgebung um den Hauptbahnhof würde ich nicht zum Wohnen empfehlen. Um eine Unterkunft zu finden, eignen sich sowohl WG-gesucht.de als auch Facebook-Gruppen. Jedoch sind die Wohnpreise in Rom, besonders im Vergleich zu Weimar, sehr teuer. Ich habe mit 550,- EUR warm und zentraler Lage fast schon ein Schnäppchen gemacht.

Welche Freizeittipps hast du für künftige Studierende in Rom?


Quelle: Rosa Carole Rodeck

In Rom selbst ist definitiv die Engelsburg Pflicht. Unter der Woche und im Winter ist die Schlange sehr kurz und der Eintritt kostet nur 5,- EUR. Ansonsten natürlich essen, essen, essen. Die italienische Küche ist auch bei den Einheimischen Gesprächsthema Nummer 1, und das nicht ohne Grund. Bei Nacht ist Rom einfach traumhaft. Die Touristen sind in den Hotels und die imposanten Gebäude erstrahlen in voller Pracht. Wenn man sich an der Hauptstadt satt gesehen hat, kann ich Ausflüge nach Florenz, Bologna, Neapel oder Lucca empfehlen: Nicht sehr weit und nicht sehr teuer!


Quelle: Rosa Carole Rodeck

Welche Erfahrung nimmst du für dich persönlich aus Rom mit?

Das Auslandssemester in Rom hat mir eine gewissen Gelassenheit beigebracht und eine entspanntere Sicht auf Stress oder Komplikationen. Ich denke, genau das ist es, was man in Rom lernt: La dolce vita, das süße Leben. Für mich war es ein wunderbares Jahr in der “Ewigen Stadt” und ich kann diese Erfahrung jedem ans Herz legen. Die interkulturellen Freundschaften und Erfahren sind zudem das Tüpfelchen auf dem I.


Bericht & Interview: Rosa Carole Rodeck, Laura Jähnert

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