Warum ich in Weimar studiere, wie ich eine Band gründe, meine große Liebe finde und ob ich meinen Abschluss schaffe

Wie es ist, Medieninformatik in Weimar zu studieren

 
Medieninformatik. Foto: Knut Rothe

Diese ganzen Sachen nimmt sich jeder genauso vor wie ich, wenn wir neu anfangen zu studieren. Besonders, wenn wir dabei in eine neue Stadt ziehen. Also fangen wir direkt mit der ersten Frage an. Warum Weimar?

1. Warum Weimar?

Besonders als Berliner eine gute Frage. Jetzt nach einem Monat Weimar kann ich aber sagen: Obwohl Weimar eine kleine Stadt ist und es zum Beispiel etwas schwerer ist, abends noch etwas zu essen zu bekommen, es nicht die vielen für Berlin typischen Spätis gibt und ich die selben Leute immer und immer wieder treffe, ist sie mir trotzdem ans Herz gewachsen. Mal weg sein vom Rummel und allen Freunden und Verpflichtungen ist entspannend. Entschleunigend.

Foto: Famose Fina 2.0

Der größte Unterschied zum Informatikstudium an der TU-Berlin ist, dass ich nicht mehr in großen Hörsälen sitze mit gefühlt 300 oder mehr Studierenden, sondern mit 25 Menschen schon in einer meiner vollsten Vorlesungen in Weimar bin. Dies hat natürlich Vor- und Nachteile. Und weil Weimar voller Kunststudentinnen und Kunststudentin ist, kann ich mich auch mit einigen anderen Projekten ablenken (siehe Bild).

2. Was Medieninformatik wirklich bedeutet

Erst einmal haben wir Medieninformatik Studierenden trotz dessen, dass wir ein zugangsfreier Studiengang sind, ein ziemlich gutes Ansehen:

„Ich habe den Job, das hier zu schreiben und die Bauhaus-Botschafter-Website zu verschönern, direkt bekommen, auch wenn ich als Ersti gerade mal einen Monat in Weimar bin und die Stelle explizit an Studierende höherer Semester gerichtet war.“ Icke

Auszug “Komplexe Zahlen” – Medieninformatik. Foto: Knut Rothe

Im Endeffekt ist es Mathe, sehr viel Mathe, auch wenn ich selbst für das erste Semester einige Mathekurse auf später verschoben habe, verstecken sich hinter den anderen Modulen auch viel Mathematik- und Logikanteile. Es ist also wirklich kein Studium für jemanden, dem Mathe nicht wenigstens ein bisschen Spaß macht. Der Spaß bei mir besteht darin, mich super intelligent zu fühlen, wenn ich eine Aufgabe gestellt bekomme, fast aufgebe und sie dann doch nach längerem Nachdenken und Probieren zu verstehen und endlich zu lösen.

In den beiden Programmierkursen geht es sehr basic und langsam voran. Bis jetzt hat da auch keiner aufgegeben und selbst ohne Vorkenntnisse wäre ich nicht alleine.

Ach ja, der Medien-Teil beschränkt sich noch darauf, am Samstagmorgen zu einer Medienrechtsvorlesung zu gehen. Zum Glück nur drei Mal im ersten Semester.

Tipp: Hier den Modulkatalog Medieninformatik (B.Sc.) ansehen.

3. Wie ich eine Band gründe

Zu einem erfüllten Studentenleben gehört eine Band. Ich hab direkt die erste Gelegenheit ergriffen:

Abends beim Jazz im „C-Keller“, einer beliebten lokalen Studi-Bar stand ich draussen alleine rum, kannte niemanden und hab mich der nächst besten Gesprächsrunde angeschlossen. Das Gespräch ging darüber, dass alle Köche und Köchinnen Rückenprobleme haben.

„Ich hab’ aber auch so Rückenprobleme“
„Das ist ein super Albumname: Rückenprobleme ohne Grund.“
„Lasst uns eine Band gründen!“
„Ich spiele Flöte“, „Ich Gitarre“ „Und ich kann grölen“, „Ich hab’ eine Trommel.“
Alle: „Bäänd!!!”

Bei der ersten Probe waren wir in einem Keller, wo es nur einen Verstärker mit zu viel Hall und zwei Mikrofonen gab. Wir hatten keine anderen Instrumente dabei, also a capella. Jetzt kann ich „eine Band Gründen“ stolz von meiner Studiums-To-Do-Liste streichen.

4. Meine Große Liebe finde

Foto: Knut Rothe

Viele neue Menschen direkt am Anfang neu kennenzulernen ist ziemlich einfach, auch weil alle anderen “Erstis” am Anfang niemanden kennen und genauso wie ich froh darüber sind, nicht alleine awkward herumzustehen. Weimar ist auch so klein, dass ich die Menschen immer und immer wieder treffe. Mir ist aber trotz der vielen neuen Menschen erst nach ein par Wochen klargeworden, dass es vollkommen normal ist, nach einem Monat noch keine tiefgehenden Freundschaften aufgebaut zu haben.
Wird bestimmt noch.

5. Ob ich meinen Abschluss schaffe

Meiner Erfahrung nach, ist (bis jetzt) alles schaffbar. Standardmäßig brauche ich beispielsweise für die „Einführung in die Informatik“-Hausaufgabe vier Stunden am Stück, aber weil ich an dem Tag eh nichts anderes vor habe, ist das kein Problem. Viele meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen haben Probleme mit den Kurs „Diskrete Strukturen“, da ich das aber auf ein späteres Semester verschoben habe, ist das auch kein Problem für mich.

Als Bauhaus.Botschafter ist es meine Aufgabe, Studieninteressierten das Studium und Weimar näher zu bringen.
Das Ganze geht auch unverbindlich zum Beispiel im Café im Studentenhaus M18 (Marienstraße 18).

Knut Rothe, 1. Fachsemester Medieninformatik

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