Authentische chinesische Küche: Pot Hot Weimar

Yanfen Deng, Kangyi Xu und Weichen Xia haben einen Traum. Chinesische Kulinarkultur in Deutschland zu etablieren. Fernab von gebratenem Reis mit Ente Süß-Sauer wollen sie nun in Weimar zeigen, wie lecker authentische chinesische Küche sein kann. Yanfen (29) und Weichen (30) sind Alumni der Bauhaus-Universität Weimar, ihr Kollege Kangyi (23) studiert Baumanagement.

Das Restaurant Pot Hot Weimar eröffnete im Juli 2018, am summaery-Wochenende in Weimar. Zur Eröffnung war der kleine Laden in der Wagnergasse 2 voll. Nach wenigen Stunden waren alle Vorräte von dutzenden Gästen bereits verkostet worden, die chinesischen Köstlichkeiten kommen gut an. Ich wollte wissen, was drei Studierende bzw. Alumni der Bauhaus-Universität Weimar zur Eröffnung eines solchen Restaurant bewegte.

“Es gibt in Weimar kein richtig chinesisches Street-Food-Restaurant”, erzählt Yanfen Deng. Sie teilt sich die Inhaberschaft mit Kangyi und Weichen. “Wir haben chinesisches Essen immer nur in unserer eigenen Küche gekocht. Und dann haben wir uns gedacht: warum machen wir nicht selber ein chinesisches Restaurant auf?” Gesagt, getan.

 

Die drei Freunde stammen aus unterschiedlichen Regionen Chinas, in denen es auch kulinarische Verschiedenheiten gibt. Zuerst mussten sie sich also überlegen, was sie in ihrem Restaurant anbieten wollen. Dabei war schnell klar: Malatang ist ein Muss. Das chinesische Street-Food ist auch unter dem Namen Hot Pot bekannt und ist besonders in Kangyis Heimat Sichuan beliebt. Übersetzt bedeutet es in etwa “betäubende, scharfe, heiße” (Suppe). Betäubend sind die Suppen bei Pot Hot natürlich nicht. Der Schärfegrad wird an die europäische Empfindsamkeit angepasst.

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Malatang im pot Hot Weimar

Zur Auswahl stehen im Pot Hot Weimar drei Optionen: Schweinebrühe, scharfe Brühe und vegane Brühe aus Sojamilch. Zu seiner Wahl kann jeder Gast aus dem frischen Fleisch- und Gemüseangebot hinzufügen, was ihm am besten schmeckt. Champignons, Shiitake-Pilze, Süßkartoffeln, Zucchini, Surimi, Hähnchen, Schweinefleisch und vieles mehr. Das Ganze wird dann von Mit-Inhaberin Weichen frisch gekocht, die in Weimar Architektur studiert hat. Weil sie aus einer Gastronomen-Familie kommt, bringt sie viel Erfahrung mit in das kleine Restaurant. Kochen, Bedienen und Kunden beraten liegen ihr im Blut. “Ich kümmere mich auch um die Qualitätssicherung, den Einkauf und die Vorbereitung der Gerichte.” Neben Malatang können Gäste auch Baozi (gefüllte Teigtaschen), Jianbing (gebratene Pfannkuchen) und originalen Bubble Tea im Pot Hot genießen. Was genau sich hinter den Gerichten verbirgt, wird hier und auch vor Ort bestens erklärt.

Dass Weichen Architektur studiert hat, kam bei der Einrichtung und Konzeption des Ladens gerade richtig. Die drei Inhaber machten von der Idee bis zur Eröffnung alles selbst. Unterstützung erhielten sie aber trotzdem: unter anderem von einem Freie Kunst-Alumnus der Bauhaus-Universität bei der Einrichtung, eine Architektin half ihnen bei Formalitäten. “Insgesamt hat es ein Jahr gedauert, bis wir Pot Hot eröffnen konnten”, erzählt Kangyi.

 

In China wird Malatang auf dem Tisch gekocht, daher auch die allgemeine Bezeichnung Hot Pot. Das Restaurant der drei Freunde und Geschäftspartner heißt aber Pot Hot. Warum?

“Wir bieten eine Variante von Hot Pot an. Jeder Gast kann seinen Hot Pot variieren, darum wollten wir auch den Namen etwas ändern”, erzählt Yanfen. “Aber natürlich spielen wir auch auf die heiße Schüssel an, in der Malatang serviert wird”, fügt Baumanagement-Student Kangyi hinzu. Durch sein Studium kümmert er sich bei Pot Hot um die Finanzierung und Buchhaltung, aber kontrolliert auch die Energieeffizienz der Räumlichkeiten. Vorlesungen wie Rechnungswesen oder Management helfen bei der Führung eines eigenen Gastro-Betriebes.

Malatang
Malatang-Auswahl

Die Aufgaben sind bei den drei Inhabern klar aufgeteilt. Auch die 23-jährige Yanfen nutzt Wissen aus ihrem Studium Medienkultur. “Ich kümmere mich viel um unser Marketing, Kommunikation und Social Media”, sagt sie. Dabei habe ihr unter anderem die Marketingvorlesung geholfen, in der sie viel für die Vermarktung von Pot Hot gelernt hat. Auf Facebook und Instagram gibt sie ihr Bestes. Über die sozialen Medien sind Follower auch stets über aktuelle Tages- und Saisonangebote informiert.

Pot Hot Weimar
Pot Hot Weimar

Das Restaurant Pot Hot Weimar ist für Yanfen, Weichen und Kangyi aber erst der Anfang. “Unser Ziel ist es, Pot Hot als Franchising aufzubauen. Wir wollen mehrere Läden eröffnen und schauen uns auch schon in Berlin um.” Yanfen will den Erfolg ihres kleinen Restaurants auch in die großen Städte Deutschlands führen. Ob Student Kangyi nach dem Studium weiterhin am Restaurant mitarbeitet, ist noch nicht klar. Er sagt: “Für mich ist Pot Hot der erste Schritt von der Uni in das Berufsleben. Ich lerne hier viel, aber ich kann mir auch vorstellen, danach in einer anderen Firma im Management zu arbeiten.”

Egal, wie sich die drei entscheiden, Pot Hot Weimar ist ein voller Erfolg. Aus einer klassischen WG-Küchen-Idee wurde ein Restaurant, indem nicht nur authentische Köstlichkeiten angeboten werden, sondern auch die chinesische Gastfreundschaft zu spüren ist.

 

Text und Bilder: Laura Jähnert, 3. Semester Master Medienmanagement

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